Rocket Internet-Aktie hebt ab – wie versprochen

In erster Linie hat ein von uns angekündigtes Aktienrückkaufprogramm die Papiere von Rocket Internet zu Wochenbeginn hochgetrieben.

Wir hatten es unseren Anlegern versprochen und konnten unsere Prognose durch den saftigen Erfolg untermauern.

Die Rocket Internet-Papiere der Beteiligungsgesellschaft an Start-up-Unternehmen gewannen am Montagnachmittag 6,60 Prozent auf 17,765 Euro und waren damit weiterhin Spitzenwert im SDAX, der zugleich um 1,20 Prozent zulegte.

Zunächst hatte Rocket Internet mitgeteilt, eigene Aktien im Wert von bis zu 100 Millionen Euro und damit maximal 3,03 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen und einziehen zu wollen. Anschließend gab der Beauty-Boxen-Anbieter Glossybox seine Übernahme durch den britischen Online-Versandhändler The Hut Group bekannt. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Über entsprechende Pläne hatte zuvor Sky News berichtet.

Laut dem Jahresabschlussbericht 2016 von Rocket hält das SDAX-Unternehmen knapp 60 Prozent an dem 2011 gegründeten Schminkprodukte-Anbieter Glossybox. Ebenfalls an Glossybox beteiligt ist die schwedische Gesellschaft Kinnevik.

Analyst Andrew Ross von der britischen Bank Barclays hält den Einfluss dieses Verkaufs auf den Unternehmenswert von Rocket für nicht sonderlich groß. Rocket habe sich in der Vergangenheit nicht auf seinen Anteil an Glossybox als einen wesentlichen bezogen, begründete er seine Einschätzung. Auch ein Händler sah dies ähnlich und betonte, dass mit Blick auf Rocket der Aktienrückkauf und HelloFresh wichtiger seien. „HelloFresh war der Mittelpunkt der jüngsten Sorgen. Auf den Kurssturz von Blue Apron war auch Rocket auf Talfahrt gegangen“, so dass die Kursreaktion heute vor allem als „temporärer Befreiungsschlag“ einzustufen sei.

Weitere Börsianer hoben ebenfalls in erster Linie das Aktienrückkaufprogramm als kurstreibend und „klar positiv“ für den Aktienkurs hervor. Durch den Börsengang des Online-Essenslieferanten Delivery Hero und den Verkauf des Online-Händlers Lazada sei der Barmittelbestand von Rocket jüngst stark gestiegen, hieß es. Dadurch sei der nun bekannt gegebene Aktienrückkauf immer wahrscheinlicher geworden.

Die Mitteilung von Rocket und ihre Umsetzung sorge für eine Erholung des in den vergangenen Wochen und Monaten gebeutelten Rocket-Kurses, sagten sie. Denn nachdem die Ankündigung des knapp milliardenschweren Börsengangs von Delivery Hero zunächst Gewinne gebracht und den Rocket-Kurs über 22 Euro hatte steigen lassen, hatte dann die Talfahrt der Rocket-Aktien eingesetzt.

Neben Enttäuschungen bei Delivery Hero gab es vor allem einen weiteren Auslöser für die Kursverluste: Der Kochboxen-Anbieter Blue Apron in den USA hatte negative Signale für das geplante IPO des zu Rocket gehörenden Pendants HelloFresh gesendet. Die zu 10 US-Dollar ausgegebenen Blue-Apron-Aktien sind seit dem IPO Ende Juni bis dato um knapp 50 Prozent gefallen. Das verschreckte so manchen Investor von Rocket, der nun für HelloFresh nichts Gutes ahnt. Die Rocket-Papiere gerieten dementsprechend unter Druck und wir verkauften vorherig mit unseren Anlegern mit einer saftigen Rendite.

DS.

 

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